Archiv für das Jahr: 2013

die erde unter unseren füßen

wir werden das blättern verlernen
wie einst das ackern
werden das denken verlernen
wie einst das fragen
vor dem reich gedeckten tisch werden wir hungern
wir werden jammern und klagen
egal wohin die moderne uns führt
es bleibt stets die gleiche erde
unter unseren füßen
die uns berührt

21.12.2013

mensch, befreie dich

mensch, befreie dich
aus dem käfig
den du nicht siehst
von den ketten
die du nicht spürst
schnappe nach der reinen luft
die dich umspült

bewaffne deinen geist mit kenntnis
verwerfe die hoffnung auf das paradies
wenn du wirklich frei bist
bist du bereits da
und du einer, der es genießt

21.12.2013

aufbruch

nur die verstoßenen
müssen fliehen
müssen wandern
auf der flucht vor dem system
und wenn schon aufbruch!
umsonst!
ersetzt er den "diktator"
durch einen ander'n!

21.12.2013

Nur Artikel des aktuellen Jahres anzeigen

Zuletzt hatte ich die Idee eines anderen Bloggers aufgegriffen, wie ich die Sharebuttons unterhalb meiner Artikel einbinden kann.

In diesem Beitrag beschreibe ich eine Lösung, mit deren Hilfe ich auf der Beitragsseite sowie auf allen Kategorie-Seiten nur die Artikel des aktuellen Jahres anzeigen lasse. Ich hatte dazu eine ganze Weile gesucht, aber nichts passendes gefunden.

Am Ende bin ich auch ganz froh darüber, weil ich eine Lösung gefunden habe, die ohne ein Plugin auskommt und meiner Meinung nach nur wenig Programmieraufwand mit sich bringt.

Das sind meine Bedingungen:

  • Das aktuelle WordPress 3.8 (zum Zeitunkt der Veröffentlichung dieses Artikels)
  • Ein Child-Theme des Twenty Twelve Themes von WordPress

Du benötigst:

  • Grundkenntnisse in PHP
  • Du benötigst Zugang zu den Dateien auf deinem Server, insbesondere zu den Dateien style.css und content.php deines Twenty Twelve Themes (!)

Mein Ziel ist es, dir meine Lösung so zu beschreiben, dass du sie möglichst einfach übernehmen kannst.

Wieder einmal heißt es: Funktioniere, du Skript!

Am Anfang öffne ich die Datei content.php meines Child-Themes und füge vor dem <article […]>-Tag folgenden Code ein:

<?php
	$currentyear = date('Y');
	$postyear = get_the_date('Y');
	$pattern = "/\/[0-9]{4}\/[0-9]{2}\//";
	$checkpattern = preg_match($pattern,$_SERVER['REQUEST_URI']);
	if ($postyear != $currentyear AND $checkpattern == 0) {} else {
?>

In der Variable $currentyear ist das aktuelle Jahr gespeichert, in der Variable $postyear das Jahr, in dem der Artikel veröffentlicht wurde. Die PHP-Funktion date() ermittelt das aktuelle Datum, ergänz um den Parameter ‚Y‘, reduziert sie das Ergebnis auf das aktuelle Jahr.

Die PHP-Funktion get_the_date() ist eine WordPress-Funktion, die das Veröffentlichungsdatum des Artikels ausliest. Der Parameter ‚Y‘ hat die gleiche Bedeutung wie bei der PHP-Funktion date().

Die Variable $pattern und $checkpattern sorgen dafür, dass die Artikel in den Archiven wieder eingeblendet werden. Wenn du genau wissen möchtest, wie das funktioniert (mit der PHP-Funktion preg_match() und regulären Ausdrücken), dann lass es mich wissen. Eine Erklärung in diesem Beitrag würde den Rahmen dieses Themas sprengen.

Wichtig: Die hier aufgeführte Lösung blendet die Artikel nur in den Zeitarchiven (deren Permalink in der Form www.deindomainname.de/Jahr/Monat/ verfasst ist) ein. Für andere Archivkriterien (Autor, Schlagwörter etc.) muss die preg_match()-Funktion erweitert bzw. angepasst werden.

Ich benutze nur das Zeitarchiv, deswegen stört mich dieses Manko nicht. Allerdings werde ich den Code nochmal verändern, um die Artikel auch im Autorenarchiv anzeigen zu lassen (und diesen Artikel entsprechend überarbeiten).

Wenn die Jahreszahlen nicht miteinander übereinstimmen und keine Archiv-Seite aufgerufen wird, dann wird der Artikel (alles zwischen <article></article>) ausgeblendet (zu erkennen an den geschweiften Klammern, die normalerweise den auszuführenden Code enthalten).

Die Angabe „else {“ leitet die Angaben ein, für den Fall, dass die Jahreszahlen identisch sind und das der Besucher keine Archivseite angefordert hat. Der Artikel wird wie gewünscht angezeigt.

Wichtig! Nach dem </article>-Tag am Ende der content.php muss noch die if-else-Funktion geschlossen werden:

<?php } ?>

Ich hoffe, ich konnte etwas Nützliches teilen und freue mich über eine Rückmeldung in den Kommentaren.

Eigene Sharebuttons für den WordPress-Blog

Wenn du auf gedichtkueche.de kommst, siehst du unter jedem Artikel die „Teilen“-Schaltflächen für E-Mail, Facebook, Google+ und Twitter.

Ich möchte dir in diesem Beitrag beschreiben, wie ich diese Schaltflächen in meine Seite eingebaut habe. Eins vornweg: Anregung für meine Lösung war dieser Beitrag.

Der Vorteil dieser Variante ist, dass ich ohne ein Plugin auskomme, die Schaltflächen datenschutzkonform sind und ich die Gestaltung komplett selbst in der Hand habe. Vom Programmieren hat meine Lösung die schöne Eigenschaft, dass Design und Funktion sauber getrennt sind und damit Konflikte ein Stück weit vermieden werden.

Bevor ich beschreibe, wie ich vorgegangen bin, benötigst du folgende Voraussetzungen:

  • Du besitzt einen selbst gehosteten WordPress-Blog.
  • Du solltest die Grundstruktur deines Themes kennen (empfohlen: Die Arbeit mit einem Child-Theme).
  • Du solltest Grundkenntnisse im Umgang mit HTML, PHP und CSS besitzen, um Fehlern beim Übertragen oder der Anpassung der Lösung an deine Bedürfnisse vorzubeugen.
  • Du solltest Zugang zum Server und deinen Dateien besitzen, um diese bearbeiten zu können (empfohlene Tools: www.web2ftp.de oder FileZilla).

Meine Bedingungen sind:

  • das aktuelle WordPress 3.7.1. (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels)
  • mein Child-Theme für das Twentytwelve-Theme

First things first oder: zuerst die Funktion

Zum Einstieg benutze ich folgenden HTML/PHP-Code. Es handelt sich dabei um einen DIV-Container mit der CSS-Klasse „sharing“ (auf letzteres komme ich später zu sprechen).

Inhalt des Containers sind im Grunde genommen ein Link zum Mailen des Artikels und die Links zu den SocialMedia-Diensten.

<div class="sharing">
	<a href="mailto:?subject=Literaturtipp: <?php the_title();?>&amp;body=<?php the_permalink() ?>" title="Teile das Gedicht per E-Mail" class="email"></a>
	<a href="https://www.facebook.com/sharer/sharer.php?u=<?php echo urlencode(get_permalink($post->ID)); ?>&t=<?php echo rawurlencode(strip_tags(get_the_title())) ?>" target="blank" title="Teile das Gedicht bei Facebook" class="facebook"></a>
	<a href="https://plusone.google.com/_/+1/confirm?hl=de&url=<?php echo urlencode(get_permalink($post->ID)); ?>&title=<?php echo rawurlencode(strip_tags(get_the_title())) ?>" target="blank" title="Teile das Gedicht bei Google+" class="google"></a>
	<a href="https://twitter.com/intent/tweet?source=webclient&text=<?php echo rawurlencode(strip_tags(get_the_title())) ?>%20<?php echo urlencode(get_permalink($post->ID)); ?>" target="blank" title="Teile das Gedicht bei Twitter" class="twitter"></a>
</div>

Diesen Code setze ich in die content.php meines Child-Themes hinter dem Endtag </footer>. Die content.php ist eine Kopie der Datei content.php meines originalen Themes.

Hinweis: In dem Beitrag, von dem ich mich anregen lassen habe, steht, dass der Code in die single.php gehört. Leider kann ich das für mein Theme nicht bestätigen. Die Buttons werden dann nicht angezeigt. Der Autor des Beitrags verrät leider nicht, welches Theme er verwendet.

Was besagt der obige Code? Als Adresse der Links werden die URL’s der Anbieter angeben, die mit PHP-Code vervollständigt werden (alles, was in der Eigenschaft href=““ notiert ist). Hier solltest du nichts weiter ändern, damit das Teilen auch gut klappt.

Die Eigenschaft target=““ beschreibt, in welchem Fenster der neue Inhalt angezeigt wird. In meinem Beispiel wird ein neues Fenster geöffnet.

Unter title=““ kannst du einen Text angeben, der angezeigt wird, wenn der Besucher/die Besucherin mit der Maus über die Schaltfläche fährt.

Wie du vielleicht bemerkt hast, steht innerhalb des Linktags (<a></a>) nichts. Du könntest hier auch einen Text eingeben, der dann als Link dargestellt wird. Aber warum das in meiner Lösung nicht so ist, beschreibe ich dir zweiten wichtigen Teil: der Gestaltung mit CSS.

Funktionieren soll’s! Ach ja, und nett aussehen auch.

Sowohl der DIV-Container als auch die Links gehören zu jeweils einer CSS-Klasse („sharing“ und „email“ oder „facebook“ usw.). Dafür rufe ich die style.css meines Child-Themes auf und notiere dort:

.sharing {
	display:	block;
	margin-bottom:	20px;
	}
a.email {
	display:		block;
	width:			16px;
	height:			16px;
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/email-16x16-grey.png);
	float: 			left;
	margin-right:		5px;
	}
a.email:hover {
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/email-16x16.png);
	}
a.facebook {
	display:		block;
	width:			16px;
	height:			16px;
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/facebook-16x16-grey.png);
	float: 			left;
	margin-right:		5px;
	}
a.facebook:hover {
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/facebook-16x16.png);
	}
a.google {
	display:		block;
	width:			16px;
	height:			16px;
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/google+-16x16-grey.png);
	float: 			left;
	margin-right:		5px;
	}
a.google:hover {
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/google+-16x16.png);
	}
a.twitter {
	display:		block;
	width:			16px;
	height:			16px;
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/twitter-16x16-grey.png);
	float:			left;
	margin-right:		5px;
	}
a.twitter:hover {
	background-image:	url(http://www.wortediewandern.de/wp-content/themes/twentytwelve-child/images/icons/twitter-16x16.png);
	}

Hier liegt nun die Lösung des Geheimnisses, warum der reine HTML-Code keine Schaltflächen anzeigt. Sie werden erst durch CSS-Angaben gestaltet.

Ich habe die Höhe und Breite (height und with), das Verhalten im Textfluss (display), die Hintergrundgrafik (background-image) und den Abstand zu anderen Elementen (margin-right; konkret den Abstand auf der rechten Seite) festgelegt. Prinizipiell ist das alles änderbar und anpassbar, so wie du es gern haben magst.

Konkret funktioniert es so, dass zwei Grafiken je Schaltflächen hinterlegt sind. Eine graue Grafik, die zu sehen ist, wenn der Besucher auf die Seite kommt und eine farbige Grafik, die erscheint, wenn der Besucher über die Schaltfläche fährt.

Im Grunde genommen, war es das auch schon. Wenn dich die Anleitung ratlos zurücklässt, dann stelle deine Frage in den Kommentaren, ich versuche dir dann zu antworten oder ggf. die Anleitung zu überarbeiten.

Erweiterung: Sharebuttons nur bei Artikeln einer bestimmten Kategorie anzeigen

Den oben dargestellten HTML/PHP-Code habe ich anschließend noch erweitert:

<?php if(in_category('Interview')) {} else { ?>
	<div class="sharing">
		<a href="mailto:?subject=Literaturtipp: <?php the_title();?>&amp;body=<?php the_permalink() ?>" title="Teile das Gedicht per E-Mail" class="email"></a>
		<a href="https://www.facebook.com/sharer/sharer.php?u=<?php echo urlencode(get_permalink($post->ID)); ?>&t=<?php echo rawurlencode(strip_tags(get_the_title())) ?>" target="blank" title="Teile das Gedicht bei Facebook" class="facebook"></a>
		<a href="https://plusone.google.com/_/+1/confirm?hl=de&url=<?php echo urlencode(get_permalink($post->ID)); ?>&title=<?php echo rawurlencode(strip_tags(get_the_title())) ?>" target="blank" title="Teile das Gedicht bei Google+" class="google"></a>
		<a href="https://twitter.com/intent/tweet?source=webclient&text=<?php echo rawurlencode(strip_tags(get_the_title())) ?>%20<?php echo urlencode(get_permalink($post->ID)); ?>" target="blank" title="Teile das Gedicht bei Twitter" class="twitter"></a>
	</div>
<?php } ?>

Durch folgende Angabe sage ich WordPress, dass es unter einem Artikel der angegebenen Kategorie bitte keine Sharebuttons anzeigen soll.

<?php if(in_category('Interview')) {} else { ?>

Diese Zeile besagt, dass bei Artikeln mit der Kategorie „Interview“ keine Sharebuttons angezeigt werden (umgesetzt durch die leeren {}). Der praktische Aspekt an der WordPress-Funktion in_category() ist, dass die Angabe um beliebig viele Kategorien erweitert werden kann. Ich könnte zum Beispiel den betreffenden Teil durch folgendes Beispiel ersetzen:

<?php if(in_category('Interview','Gedicht','Ankündigungen')) {} else { ?>

In diesem Beispiel werden die Sharebuttons also bei allen Artikeln ausgeblendet, die zur Kategorie „Interview“, „Gedicht“ oder „Ankündigungen“ gehören.

Wichtig ist, dass ich die if-else-Funktion nach dem DIV-Container (also nach dem </div>) durch folgende Angabe schließe:

<?php } ?>

die graue, gelbe menschenmasse

die graue, gelbe menschenmasse
wälzt sich durch ihre lebenszeit
hofft auf ein baldiges ende
– ein schnelles ist ja ein tabu! –
das sie befreit

trinker kreisen um laternen
arbeiter knüppeln ihre leiber
angestellte starren in flimmerkästen

wieviele millionen generationen
an hoffnungen hat man bereits begraben

den schwindel zu erkennen
und weiterzutragen
ist schwerer in diesen tagen:

lebe mensch, sei kein rädchen
nimm dir, was du zum leben brauchst
die ganz großen, glaube es mir,
tun es auch!

10.12.2013

Frag‘ Schbautzki!

Frag SchbautzkiDie Zeit ist rum, Schbautzki hat genug. Er braucht Input, wie die Schorle Sprudel braucht. Er sehnt sich nach dem Salz in der Suppe, nach der Cumulus Nimbus am blauen, sonnenerstrahlten Himmel!

Willst du wissen, was Schbautzki denkt, dann frage ihn! Schreibe ihm deine Frage in die Kommentare oder sende Sie im per E-Mail an schbautzki@gedichtkueche.de. Die Aktion läuft bis zehn neue Fragen eingereicht werden. Die Antworten findest du unter im wellenbad.

in einem bett

an einem bett
bedeckt mit glitzernd weißem stoff
ein kanu ins reich der toten
erinnere ich mich
an die säulen
die um uns ragten
den stein der dich stemmte
friedlich schliefst du
in der wiege
der ewig ruhenden
verstand es nicht
kein atemzug war mehr zu hören
kalt und fad war deine haut
nur zaghaft durfte ich dich berühren
wollte ich dich umarmen
ich wollte dich am liebsten wachrütteln
soviel dass ich dich
auch heute noch fragen wollte
stimmt es, dass wir uns an die toten erinnern
die uns weisheiten hinterlassen?
wo warst du als alle männer weg waren und aufeinander schossen?
wer warst du, bevor wir uns kennenlernten?
heute, nahezu jahrzehnte später
ist das alles immer noch wirklich
ich hoffe du bist drüben
bei den anderen
ich hoffe
ich kann dich eines tages wiedersehen

08.11.2013

Mann, erwachend

Und er erwachte.
Er erwachte.
Nein, er
öffnete seine Augen.
Er öffnete seine Augen zögernd nur.
Als wären sie beschwert.
Er dreht sich um,
sein Körper kramt die Decke hervor,
verschwindet darunter.
Er krümmt sich.
Es sieht aus,
als trieb es ihn zurück,
als robbte er über den Strand zurück ins Meer der Träume.
Er greift wage um sich das Kissen suchend.
Er wirft es über seinen Kopf,
dass die Welt stumm wird.
Das Licht, dass durch’s Fenster hineinfällt,
verfehlt ihn vollkommen,
denn seine Sehnsucht
nach einer anderen Wirklichkeit zerrt ihn hinüber.
Er kämpft krampfhaft gegen die Übermacht, die sein Geist ihm gegenüber ist.
Er erwachte. Erwachte,
In seinem Traum.

15.10.2013

warum menschen

warum tragen menschen hohe schuhe?
warum tragen sie schminke?
tragen sie gold und silber
dass es nur so blinke?

warum reden menschen abgehoben?
warum tragen sie die nase zu weit oben?
warum blicken sie hernieder?
erkennen sie sich wieder?

warum tragen menschen feine kleider?
warum foltern sie ihre leiber?
warum achten menschen auf sitten?
ist es leichter sich etwas zu verbitten?

warum spielen menschen rollen?
warum werden sie depressiv?
ist es nicht das leben, dass sie wollen
oder geht alles schief?
die menschen gibt es nicht
wie wir sie gerne hätten
nicht in dieser kneipe
in den mäulern die zigaretten

23.09.2013

der pflaumenbaum

neben dem supermarkt
auf einem flecken wiese
stand ein schöner pflaumenbaum
wuchs und wuchs
trug und trug
menschen kamen
jahre gingen
niemand, der sich bückte
niemand, der nach oben griff
bis heute steht der baum voller pflaumen
sind es menschen
die an ihm vorübergehen
aber aus einem unbekannten grund
können sie ihn nicht sehen.

11.09.2013

der zufall

der zufall
ist ein alter herr
er zockt die ganze zeit
während menschen
nach gründen suchen
ist er zu allem bereit

würfeln ist sein liebster zeitvertreib
geduldig wartet er
auf einen zug
auf den er mit mut
aufspringt

im dampf der kneipe
ist er glücklich
dass er singt

07.10.2012

ein frischer morgen

ein frischer morgen
gewaschen vom regen der nacht
unter der grauen wolkendecke
glotzt ’ne rote sonne
an die häuser
an der ampel
vereinzelt menschen
und der duft
von parfum

26.08.2013

verborgen bleibt

mit dem rücken zum brunnen
stehst du
mit einem cent in der hand
deine augen geschlossen
wünschst du dir etwas
das mir verborgen bleibt
ich stehe vor dir
mit nichts in der hand
ich sehe dich an
und wünsche mir
nichts sehnlicher
als dass ich ihn dir erfüllen kann

25.08.2013

maria & joseph

maria & joseph
– ein übliches paar
sie fühlte sich wie ein promi
er wie ein star

jung und voller träume
schwebend und versetzen bonsaibäume
immer glücklich und mit glitzer
auf der sonnenseite im sportlichen zweisitzer

es musste kommen
was kommen musste
ein kind war unterwegs
von dem erstmal keiner wusste

maria wurde nervös und nervöser
josephs ego
kleiner und adipöser

maria suchte etwas halt
und fand eine fantasie dergestalt:
eigentlich auch ganz niedlich
so ein ding
erweckt schließlich
aufmerksamkeit wie ein diamantenring
speckige backen hat’s auch
und einen knuddeligen bauch

joseph, angesichts seiner blässe,
straffte durch und öffnete die fresse:
ich werde vater,
ich bin jetzt wer!
ich trau mich auch
zu ungeschütztem geschlechtsverkehr!

das kind schlüpfte
die freude war riesengroß
gesund und munter
welch‘ schönes los!

bereits nach ein paar tagen
wird den beiden klar:
ein kind zu haben
ist nicht nur wunderbar

maria hat schon augenringe
er nur noch blick für andere dinge
weil das kind quängelt und schreit
ratlos stehen sie vor seinem leid

ja, es scheint nicht so niedlich
und schon gar nicht friedlich
nach sieben tagen am stück:
maria, joseph und das vermeintliche glück,
brüllt maria in ihrer not:
joseph, schlag es endlich tot!

12.08.2013

ein paar tage lang

die wellen schlagen hoch
ein sturm treibt die wolken
peitschend vor sich her
doch wir sitzen oben
die sonne erstrahlt die weiße insel
und zwei strahlen mit ihr
hand in hand
am strand entlang
alles erscheint wie der große fang
wenigstens:
ein paar tage lang.

31.07.2013

zwei fische

zwei fische
in einem wahrhaftig
riesigen ozean
schwimmen aufeinander zu
immer gerade zu

eine astronautin, oben,
über der sphäre
sieht sie wandern
aufeinander zu
versteckt
hinter ihrem visier
fliegt ein liebevolles lächeln
über ihre lippen

zwei fische
sie eilen und schwimmen
durch einen gigantischen ozean
ohne dass sie voneinander wissen
schwimmen sie aufeinander zu
immer gerade zu

ein pilot fliegt
unter dem dach
eines strahlend blauen himmels
über das meer
er sieht die zwei fische
und kann sich
ein schluchzen nicht verkneifen
sie erinnern ihn
an etwas längst vergessenes

zwei fische
jagen durch diesen
tiefen, geheimnisvollen ozean
sie irren nicht
sie taumeln nicht
schwimmen aufeinander zu
immer gerade zu

eine möwe kreist flach
über das wasser
dass kaum platz ist
zwischen gefieder und wellenbergen
sie sieht die fische
kräht aus güte
und lässt sie ziehen

zwei fische
auf ihrem weg
durch das nasse universum
dass sie nie voneinander wussten
in der weite und tiefe
schwimmen sie aufeinander zu
immer gerade zu
und doch:
aneinander vorbei

10.07.2013

was passieren wird

ich bin dumm!
die ganze zeit
versuche ich
mir vorzustellen
was wohl passieren wird
wenn ich mich in dich verliebe

doch es ist schon zu spät.

07.07.2013

wir, hier oben

durch die straßen
ziehen gläubige
eine prozession

hier oben warten
sitzen wir

der blaue himmel schwindet
die gläubigen predigen
schreiten durch die gassen

hier oben warten
sitzen wir

ein donnerschlag in der ferne
eine pechschwarze wolkenwand
die gläubigen zelebrieren
sie surren ewige verse

hier oben warten
sitzen wir

der tag ist dunkler als die schwärzeste nacht
die gläubigen flüchten
in ihre gotteshäuser

hier oben warten
sitzen wir

mit einem knall
berstet der himmel
ein sturm bricht los
es regnet flüße
straßen werden zu wildwassern
schwelen zu rettenden ufern

hier oben warten
sitzen wir

wir hören schreie
qualvolle und aufopfernde
wir sehen
wie es die ersten leichen
aus den fenstern quetscht

hier oben warten
sehen wir

wie gott seine kinder zu sich holt

hier oben warten
sitzen wir
oben auf dem dach

13.04.2013

aus dem nebel der vergangenheit

eisenketten wiegen schwer
auf meinen schultern
graviert darin sind bilder
aus alten zeiten
ich zerre an den ketten
breche an ihnen
eine knorrige, verweste hand
streckt sich mir entgegen
aus dem nebel der vergangenheit
greift mich am kragen
schüttelt mich
so dass all die furcht und angst
zurückkehrt
wie kann man schreckliches vergessen
doch sich an geschehenes erinnern?

08.04.2013

die bahn

die bahn schleicht vorbei
am palaisplatz
niemand lässt sie halten
niemand steigt aus
mitten in einer großstadt
während der himmel
den abend zeigt
gibt es einsame menschen
an einem ort voll von davon

08.04.2013

sonnenstrahlen

sonnenstrahlen streicheln mich
blendend über mein gesicht
als tröstete die sonne mich
von angesicht zu angesicht
vom ufer meiner erinnerungen
stoße ich ein boot ab
in den nebel des vergessens
schweigend stehe ich da
seh euch hinaustreiben
ihr hattet keinen grund
mehr zu bleiben
die wirklichkeit hat die träume vom hof gejagt
alles was bleibt?
ein bisschen hoffnung
etwas leere
bisschen erlösung
und etwas leid

15.03.2013

All I can say

I can’t say a word
And I can’t say two
All I can say
Is just I love you

21.02.2013

Maria’s Bett im 3. Stock

sie wartet
während sie die glut
ihrer zigarette
mit einem atemzug
erhellt
im türrahmen
wie so üblich abends
dass ihre kunden
chronisch mittellos
bis gesellschaftliche sterne
maria’s beine
umgarnt von schwarzem nylon
bis rauhe hände
von ihren schenkeln streifen
die sich den fantasien öffnen
männer meistens
maria’s brüste
sind ihre kissen
sie schlafen, ruhen
wenn ihre arme sie umschlingen
sie steht an der tür
der flur offen
weithin sichtbar
bis zur haustür
eine warme nacht
dringt durch die fenster
maria nimmt einen zug
und denkt:
noch zwei stunden
feierabend
endlich zurück
bei meinem mann
und den kindern

11.02.2013

ich wünschte

ich wünschte
ich könnte dir sagen
aber ich kann es nicht
ich könnte es nicht ertragen
wenn dieses licht erlischt:
in meiner fantasie,
bist du meine prinzessin,
meerjungfrau und göttin

ich wünschte
ich könnte dir sagen
aber ich kann es nicht
in meinen gedanken
habe ich dich bei mir
immerfort im jetzt und hier

ich wünschte
ich könnte dir sagen
aber ich kann es nicht
die wirklichkeit ertragen
am ende verletzt sie mich

29.01.2013

Eine Erkenntnis

Die Erkenntnis des technischen Fortschritts:
das Technik kein Fortschritt ist.

18.01.2013

erst verrecken die bienen

erst verrecken die bienen
dann geht allen das wasser aus
dann sterben wir
oder
erst geht allen das wasser aus
dann verrecken die bienen
anschließend sterben wir
jedenfalls
immer
ist der mensch am ende

15.01.2013

am fußende

am fußende
meines bettes
sitzt eine schöne frau
voller träume
und fantasien
sie weint und
hält einen zettel
in der hand
auf dem steht:
sorry, ich bin abgebrannt

14.01.2013